
Es ist mal wieder soweit. Ich reise auf die Färöer Inseln. Die Anreise mache ich, wie jedes mal, über Hannover und Kopenhagen. Von dort geht es mit der färingischen Airline “Atlantic Air” auf den kleinen Inselstaat zwischen Island und Schottland. Das Besondere hier ist schon einmal der Flughafen. Er wurde im Krieg von den Briten angelegt und sollte möglichst schlecht anzufliegen sein, damit man nicht so einfach angegriffen werden kann. Das ist ihnen auch ganz gut gelungen. Es muss hier der Anflug auf jeden Fall durch ein Fjord stattfinden und kann somit nicht gerade auf die Landebahn zu geflogen werden. Der Flughafen von den Färöers steht auf der Top10-Liste der gefährlichsten Flughäfen dieser Welt auf Platz 7. Das habe ich bereits letztes Jahr beim Landeanflug hier gemerkt, als die Maschine zwischen den Bergen in eine Windschere kam und nach vorn überkippte. Eine der wenigen Situation, bei denen ich Angst beim Fliegen bekam.
Nun, momentan befinden wir uns wieder im Anflug auf die Färöers und es ist auch schon wieder spannend. Aufgrund von Nebel können wir derzeit nicht landen und werden noch eine halbe Stunde kreisen mit der Hoffnung auf Besserung.
Ich denke, es waren etwa 10 Runden bis plötzlich die Anschnallzeichen aufleuchten. Ein gutes Zeichen. Es geht in den Landeanflug. Plötzlich mischt sich die Erinnerung an das letzte mal mit dem Gedanken, dass dort grad Nebel ohne nennenswerte Sichtweite ist. Angstlandung Nummer 3 beginnt. Lautes Geschrei durchfährt das Flugzeug, als es im freien Fall nach unten geht. Jedoch nicht weit. Die Avro geht in ein starkes Pendeln über. Wie ein Blatt vom Baum geht es nun hinunter. Die Wolkendecke hat tatsächlich ein unteres Ende. Die Felswand taucht direkt vor mir auf und ich muss feststellen, dass sich das Flugzeug gar nicht längs seiner Ausrichtung bewegt – oder auch der Nase nach -, sondern ungefähr in Richtung 1:30 Uhr. Die Häuser rasen auf mich zu. Und mit einem Schlag setzen wir auf der Landebahn auf, als wäre nichts gewesen. Scheisse, wie beim letzten mal, nur kein Geheule vom Bordcomputer. Vor dem Aussteigen die Regenjacke anziehen. Regenhose hatte ich bereits daheim angelegt. Draußen schifft es wie aus Eimern. Die Einheimischen Frauen erkennt man auch hier bei Mistwetter am Minirock, wie überall außerhalb Deutschlands. Wobei Russinnen hier sicher keinen tragen, da es ja nicht kalt sondern nass ist. Ich werd’ jetzt mal meinen Mietwagen holen und nach Klaksvik fahren.
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